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Der Geist auf dem Greenscreen

Studierende der Fachhochschule Brandenburg erstellen Filmmaterial für event-Theater Weihnachtsbühne

Ein Knistern, ein Flackern, bläulich getünchter Hintergrund: Ebenezer Scrooge (Stefan Drotleff) reißt erschrocken die Augen auf, denn vor ihm erscheint ein Geist, der das Kommen drei weiterer seiner Art ankündigt, um ihn an die wichtigen Aspekte des Lebens zu erinnern, gerade jetzt an Weihnachten. Was im Original aus der Feder von Charles Dickens stammt und den Originaltitel „A Christmas Carol“, oder im Deutschen „Eine Weihnachtsgeschichte“, trägt wurde bis Freitag, 12. Dezember, auf der Weihnachtsbühne des event-Theaters, in den Sankt-Annen-Höfen, in einer „ganz freien“ Version durch Stefan Drotleff und Michelle Schmidt aufgeführt. Doch dieses Stück hat, neben der großartigen, schauspielerischen Leistung, noch etwas Besonderes an sich: Die Filmszenen im Stück sind das Ergebnis von sieben Studenten und einem Professor der Fachhochschule Brandenburg.

Über das Pflichtfach „Medienkonzepte und – theorie IV“ des Master-Studienganges Medien, bastelten die sieben Studierenden von Prof. Alexander Urban über sechs Wochen an den Filmszenen. Dazu drehten sie mit den zwei Schauspielern im Audimax vor einem Greenscreen. Durch diesen konnten später die darauf abgebildeten Personen freigestellt und der „grüne“ Hintergrund etwa durch eine Landschaft ersetzt werden. Auch der aufflackernde Geist zu Beginn des Stückes entstand auf diese Weise. „Das Drehbuch war von Stefan Drotleff bereits so aufgearbeitet worden, dass es sämtliche Kameraeinstellungen enthielt“, verrät Studentin Isabel Roth. „Wir haben uns aber nicht nur um die Technik gekümmert. Zum Teil standen wir auch als Statisten vor der Kamera.“

Es ist nicht das erste Filmprojekt an denen die Studierenden arbeiteten. „Im Studium haben wir bereits öfter einmal Filmszenen erstellt. Dann aber meist nur in einer Länge von etwa fünf Minuten“, erklärt Jens Paztelt, ebenfalls aus dem Team der Studierenden und ergänzt: „Aber 22 Minuten Filmmaterial haben wir noch nie erstellt.“

Entstanden war die Idee durch den Medien-Professor Alexander Urban. „Vor ein paar Jahren suchte ich für ein anderes Filmprojekt Schauspieler. Über den Pressesprecher des Brandenburger Theaters habe ich daraufhin Michelle und Stefan kennengelernt“, erinnert sich der Professor. „Die beiden haben damals uns unterstützt, jetzt haben wir die beiden unterstützt.“

Drei Gruppen kümmerten sich um die Bearbeitung des Filmmaterials. Während die Kameragruppe für die Hintergrundanpassung, Bildeinstellungen und die richtigen Aufnahmewinkel zuständig war, kümmerte sich das Ton-Team um die Entfernung von Störgeräuschen und einen hochwertigen Klang. Die Beleuchtungsgruppe baute Requisiten auf, leuchtete die Filmszenen aus und war verantwortlich für den Schnitt. „Der Großteil der Arbeit kam erst nach den Dreharbeiten auf uns zu“, weiß Studentin Henriette Adel. Das Freistellen der Personen und das darauffolgende Ersetzen des Hintergrundes durch einen anderen nennt sich „keying“. „Das nahm auf jeden Fall einen Großteil der Arbeitszeit ein“, ist sich Kommilitonin Cindy Pissarek sicher.

Während die Nachbearbeitung des Materials gute vier Wochen in Anspruch nahm und die Studierenden zum Teil bis spät abends in der Uni daran arbeiteten, dauerte der Dreh nur ein Wochenende. „Es war ein tolles Erlebnis einmal mit richtigen Schauspielern zusammen zu arbeiten“, findet Isabel Roth. Doch vor allem ein Aspekt spielt für die Studierenden die größte Rolle: „Es ist das erste Mal, dass wir wirklich etwas Nachhaltiges erschaffen haben“, erklärt Cindy Pissarek. „Wir haben bereits zuvor im Studium andere Projekte bearbeitet, in denen mobile Anwendungen, Spiele, 3D-Modelle, oder Ähnliches entstanden sind. Die nutzten uns zwar, um Erfahrungen zu sammeln und eine gute Note zu bekommen, aber danach wurde Sie nicht weiter verwendet. Das ist dieses Mal anders.“

Bilder/Text: Juliane Heß

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