Der erste Student

Als erster in der Familie zu studieren flößt vielen zukünftigen Studierenden erst einmal Angst ein. An wen wendet man sich, wie sieht so ein Studium überhaupt aus? Fragen, die aus den Kreisen der eigenen, oftmals nicht-akademischen Familie, nicht oder nur unzureichend, über Sekundärquellen beantwortet werden können.
Das Projekt „Arbeiterkind“ unterstützt euch, wenn ihr wissen wollt, wir ihr euer Studium am besten organisiert. Wir haben mit Heike Schulze, der ArbeiterKind-Stammtisch Begründerin an der Technischen Hochschule, gesprochen und nachgefragt, wofür ArbeiterKind hier, an der THB überhaupt steht.
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Heike Schulze betreut seit Oktober 2015 das Projekt ArbeiterKind an der THB.
Liebe Heike, worum handelt es sich eigentlich bei der Organisation „Arbeiterkind“?

Wir ermutigen Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne Hochschulerfahrung dazu, als erste in ihrer Familie zu studieren. 6.000 Ehrenamtliche engagieren sich bundesweit in 75 lokalen ArbeiterKind.de-Gruppen, um Schülerinnen und Schüler über die Möglichkeit eines Studiums zu informieren und sie auf ihrem Weg vom Studieneinstieg bis zum erfolgreichen Studienabschluss und Berufseinstieg zu unterstützen. Unsere Ehrenamtlichen sind größtenteils selbst Studierende oder AkademikerInnen der ersten Generation und berichten aus eigener Erfahrung über ihren Bildungsaufstieg und ermutigen als persönliches Vorbild.

Welche Rolle nimmst du dabei ein?
Ich habe im vergangenen Winter (2015) versucht, an der Technischen Hochschule Brandenburg einen ArbeiterKind-Stammtisch zu begründen. Der ist leider auf wenig Interesse gestoßen. Wir haben diesen Plan wieder fallen gelassen. Dafür existiert jetzt eine kleine Gruppe Freiwilliger, die auf jede Frage, die online bei uns eingeht, schnelle Antworten und Hilfe bietet. Ich selbst stehe sozusagen dazwischen und leite Informationen an die jeweils richtigen Leute.
Wie können sich Studierende bei „Arbeiterkind“ engagieren?

Sie können Schülerinnen, Schüler und Studierende mit ihren Studienerfahrungen unterstützen. Sie können anderen Mut machen und Wissen über die Hochschule an Studierende der ersten Generation weitergeben.  Sie können Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne Hochschulerfahrung ermutigen, als Erste in ihrer Familie zu studieren und unterstützen Studierende der ersten Generation im Hochschulalltag. Eben weil sie selbst Studierende sind, kennen sie sich gut mit Fragen zur Studienwahl, Finanzierungsmöglichkeiten und dem späteren Berufseinstieg aus. ArbeiterKind hat das so zusammengefasst:

Dein Engagement und dein Wissen macht anderen Mut zum Studium. Mach mit – so oft und so viel du magst.

Im Ehrenamt von ArbeiterKind.de bist du …

► MutmacherIn
► SpezialistIn deiner Studienerfahrungen
► AnsprechpartnerIn
► OrganisatorIn

Wem können sie dabei helfen?
Viele SchülerInnen aus Familien ohne einen akademischen Hintergrund ziehen für ihre berufliche Zukunft ein Studium gar nicht in Erwägung, dabei haben sie die Voraussetzungen dazu. Wir möchten, dass sie ein Studium nicht von vornherein ausschließen, sondern eine informierte Entscheidung treffen. Im weiteren geht es natürlich um die First-Generation-Students selbst. Die kommen an die Hochschule und finden sich in einem völlig neuen Umfeld wieder. Zu Hause können sie kaum ihre Fragen loswerden. Hier ist Hilfe auf Augenhöhe gefragt. Das ist die Hilfe, die ArbeiterKind leisten kann.
Fanden in Brandenburg an der Havel bereits Schulbesuche statt?
Nein. Da es in Brandenburg nur eine Online-Gruppe gibt, ist es nicht soweit gekommen.
Seit wann gibt es das Engagement für das Arbeiterkind-Projekt an der THB?

Seit dem Oktober 2015. Wir waren die 75. lokale ArbeiterKind-Gruppe, die sich in Deutschland gegründet hat.

Findest du, dass es nach wie vor eher ein Problem ist, die Abiturienten aus nichtakademischen Familien zum Studieren oder zum Abschluss zu ermutigen?

Dazu fehlt mir, ehrlich gesagt, der direkte Bezug. Es kommen einfach zu selten Fragen bei mir an. Ich bin mir aber sicher, dass es genügend Probleme gibt. Vielleicht haben wir uns einfach nur noch nicht glaubwürdig genug darstellen können.

 

8. Welche Möglichkeiten gibt es, sich mit der Arbeiterkind-Gruppe an der THB in Verbindung zu setzen?

Mehrere. Zum ersten die ganz normale Adresse von ArbeiterKind – http://www.arbeiterkind.de/, auf der man auch dem Netzwerk beitreten und ArbeiterKind auf Facebook, Twitter und Xing folgen kann. Zum zweiten die Seite von unserer lokalen Gruppe – http://www.brandenburg-havel.arbeiterkind.de/, und dann gibt es noch den direkten Kontakt über mich über: brandenburg-havel@arbeiterkind.de   oder heike.schulze@th-brandenburg.de. Wer will, findet uns auf jeden Fall.

Vielen Dank liebe Heike!

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